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Hausanschluss im Fundament

Verfasst: Sonntag 4. März 2018, 11:18
von Bogdan
Mir scheint`s ich bin der Einzigste, der noch ein Telefonkabel in sein Haus verlegen will :lol:
Ich überlege, die Hauseinführung für die Versorgungsleitungen direkt im Streifenfundament einzubetonieren und die Versorgungsleitungen mittig (im zentralen Versorgungsraum) aus der Bodenplatte (kein Keller, sumpfiges Hochwassergebiet) kommen zu lassen.
Man hat mir so ein "Schrumpf-Wellrohr" für das Telefonkabel in die Hand gedrückt. Ich möchte aber lieber irgendetwas einbauen, wo ich das Kabel später auch eventuell gegen ;) Glasfaserkabel ;) austauschen kann. Was empfehlen mir die Experten für eine Lösung?

Re: Hausanschluss im Fundament

Verfasst: Montag 5. März 2018, 12:08
von Holzmichl
Hallo Bogdan,

normalerweis ist der Architekt/Planer/Entwurfsverfasser der den Bauherrn unabhängig und treuhänderisch unterstützende Experte, der solche Fragen und Ausführungsdetails speziell für den vorliegenden Fall und den gegebenen Umständen verantwortlich klärt.

Vermutlich bauen Sie mit einem Bauträger, die oft seinen vertraglichen Verpflichtungen im Sinne der Gewinnmaximierung nur unzureichend nachkommt. Aber auch dieser ist verpflichtet, die Zuführung der Versorgungsleitungen mit den jeweiligen VU abzuklären und die erforderlichen technischen Voraussetzungen zur Einführung der Versorgungsleitungen nach den anerkannten Regeln der Technik zu schaffen und ein mangelfreies Bauwerk zu erstellen.

Da Ihr Gebäude nicht unterkellert ist, benötigen Sie zur Frostsicherheit der Bodenplatte am äußeren Streifenfundament eine umlaufende Frostschutzschürze bis in einer Tiefe von 1,20 m unter Geländeniveau.

Üblicherweise werden heutzutage die Versorgungsleitungen über einen Mehrspartenanschluss, z.B. Doyma-Ringraumdichtung, für Strom, Gas, Telefon, Kabelanschluss etc. in das Gebäude eingeführt um auch bei zeitweise drückendem Wasser unterhalb der Bodenblatte die Dichtheit derselben zu gewährleisten, sofern diese auch diese selbst entsprechenden Anforderungen an "zeitweise drückendes Wasser" genügen muss.

Es gibt von den jeweiligen Versorgungsunternehmen entsprechende Informationen als Planungshilfen -hier im folgendem Link z. B. von der Main-Donau- Netzgesellschaft unter https://www.main-donau-netz.de/static-r ... 090817.pdf.
Hieraus ist beispielhaft ersichtlich wie die Zuführung der Versorgungsleitungen im nicht unterkellertem Gebäude erfolgen kann.

Bevor Sie Ihr Streifenfundament einschalen und gießen lassen, sollte zumindest vorrangig Ihr Planer oder Sie die Zuführung (Trasse) und die technische Ausführung der Gebäudeeinführung mit den jeweiligen Versorgern verbindlich abklären und nach diesen abgestimmten Festlegungen die Verlegung der Rohrzuführung im Streifenfundament herstellen lassen.
Es ist auch abzuklären, welche Versorgungs-Sparten gemeinsam oder einzeln verlegt werden sollen.

Ist auch die Wasserzuführung in einer Mehrfachspartenzuführung vorgesehen, muss die Schutzrohrzuführung in einer frostfreien Tiefe von 1,20 m erfolgen. Diese wäre dann unterhalb des Streifenfundaments. Keinesfalls erfolgt die Versorgungszuführung in der Mitte des Hausanschlussraumes.

Also, treten Sie Ihren Architekten, Planer oder Bauträger in den Arsch, damit er sich um die Abklärung und die fachgerechte technische Ausführung Ihres Ausanschlusses kümmert.

Mit freundlichen Grüßen
Holzmichl
(Architekt, Dipl.-Ing. (FH))

Re: Hausanschluss im Fundament

Verfasst: Montag 5. März 2018, 14:00
von Bogdan
Hallo Holzmichel,
ich bin begeistert von der extrem schnellen, extrem fachkompetenten und extrem ehrlichen Antwort. Nur zur Erläuterung: der Versorgungskeller soll mittig im Haus sein, die Versorgungsleitungen kommen jedoch direkt an einer der Wände hoch.
"Architekten, Planer oder Bauträger" muss ich nicht treten, da nicht (bzw. nur für das absolut Nötigste) vorhanden.
Nochmal vielen Dank, das hilft mir schon mal sehr viel weiter.

Re: Hausanschluss im Fundament

Verfasst: Montag 5. März 2018, 19:25
von Holzmichl
Danke Bogdan für die nette Rückantwort!

Im Zusammenhang mit dem Hausanschluss und den später noch anstehenden Einbau der Haustechnik möchte ich Sie gerne auf die für Häuslebauer sehr hilfreiche Seite meines langjährigen Kollegen Jürgen Wüst unter folgendem Link https://www.heizungslaie.de/%C3%BCber-mich/ hinweisen, sofern grundsätzliche Fragen zu Heizungsanlagen bestehen.
Mein Kollege Jürgen Wüst hat auf seiner Internet-Seite für den Häuslebauer die verschiedenen Systeme und Anlagen sehr anschaulich und verständlich erläutert.